Der Weg nach Bali fühlte sich wie ein Etappensieg an und gleichzeitig war es der Anfang vom Ende dieser Reise.
Ich hatte mich sehr auf Bali gefreut, war voll gepackt mit guten Tipps und Empfehlungen für die Insel und fühlte mich eigentlich gut vorbereitet. Worauf ich allerdings nicht wirklich vorbereitet war, war die Rückkehr zum Massentourismus. Am Flughafen war ich noch belustigt über die ganze australischen Familien, die Deutschen mit mehreren Surfbrettern, die Partyhungrigen Engländer und offensichtlichen Honeymooner. Ich fühlte mich dem ganzen etwas entwachsen und überheblich, weil ich grad mal knappe 14 Tage auf halbwegs unerschlossenem Terrain unterwegs war.
Das war natürlich ungerechtfertigt. Aber der harte Kontrast zwischen meinen Eindrücken von Myanmar, einem Land das erst seit kurzem für Touristen gut zugänglich ist und komplett ohne westliche Einflüsse, Marken und Anmutungen – zu einer Insel wie Bali, die hochkommerziell und zu 100% auf Touristen eingestellt ist, hat mich die ersten Tage etwas überfordert.
Aber man kommt unglaublich schnell zurück in die Backpacker Blase und die Vorteile lassen sich auch einfach nicht von der Hand weisen: moderne & stylische Hostels, hippe Restaurants und Gerichte, die verständlich auf einer Karte stehen und das entsprechende Publikum irgendwo zwischen Surfern, Selbstfindung-Yogis und Familien mit Kindern.
Ich war zunächst ein paar Tage alleine auf der Insel und hab in ein Hostel in Seminyak eingecheckt, nach 5 Tage kam eine meiner besten Freundinnen von zuhause an. Um Bali ranken sich so viele Geschichten, Filme und Bücher über seinen spirituellen Geist und beruhigende Wirkung. Auch ich habe mich dort nach kurzer Zeit sehr wohl und angekommen gefühlt, aber mehr weil es sich wie ein Zeltlager anfühlte – einer dieser tollen Sommertage, die nie zu Ende gehen und an die man so gerne zurück denkt.
Es stellte sich schnell ein Alltag ein, die Leute im Hostel blieben alle länger und hatte spannende Geschichte zu erzählen. Zufällig traf ich zwei Jungs, die ich an meinem Geburtstag in Vietnam vor 6 Wochen schon kennengelernt hatte wieder und die Hostelgruppe war letztendlich ein bunter Haufen von 20 Leuten. Wir aßen und feierten uns durch die Tage, schlichen uns in den Potato Head Beachclub ein und taten so als hätten wir das Geld um uns das 500$ Beachbed zu finanzieren.
Ich hatte meine erste richtige Surfstunde bei einem Einheimischen und hab es direkt am ersten Tag geschafft auf den Board zu stehen. Zusammen mit einer Deutschen auf meinem Surfkurs fuhr ich ein paar Strände weiter und sie vermachte mir ihren Rollerhelm. Und zu guter Letzt kam meine Freundin von zuhause an. Ich überraschte sie am Flughafen und wir genossen die nächsten unbeschwerten Tage. Sonnen, surfen, essen, Roller fahren, Tempel anschauen und feiern – es war die perfekte Mischung. Federleichte und glückliche Tage. Die Tatsache, dass mein Abschied von diesem Leben bald drohen würde schob ich ganz weit von mir weg.









